Glossar

Durchlaufzeit und Zykluszeit: der Unterschied

Durchlaufzeit misst ab dem Wunsch, Zykluszeit ab dem Arbeitsbeginn. Warum die Verwechslung teuer ist und was man mit den Zahlen anfängt.

Durchlaufzeit (lead time) misst die Zeit von dem Moment, in dem eine Anforderung entsteht, bis sie fertig ist. Zykluszeit (cycle time) misst nur die Spanne, in der tatsächlich daran gearbeitet wurde. Die Differenz ist Wartezeit — und die ist meist der größere Teil.

Warum die Unterscheidung zählt

Weil sie unterschiedliche Fragen beantwortet. Die Zykluszeit sagt etwas über die Arbeit selbst; die Durchlaufzeit sagt, was die Kundschaft erlebt. Ein Team kann seine Zykluszeit halbieren, und wenn Aufgaben vorher drei Wochen im Backlog liegen, merkt außerhalb niemand einen Unterschied.

Was man damit macht

Nicht Ziele setzen, sondern Stauungen finden. Steigt die Zykluszeit, ohne dass die Aufgaben größer geworden sind, arbeitet das Team an zu vielem gleichzeitig — dagegen hilft ein WIP-Limit. Ist die Durchlaufzeit hoch bei niedriger Zykluszeit, ist nicht die Umsetzung das Problem, sondern die Priorisierung davor.

Gegenüber Velocity

Velocity misst Menge pro Iteration und funktioniert nur mit Sprints. Durchlaufzeit und Zykluszeit brauchen keine Iteration und sind deshalb die Kennzahlen der Wahl für Kanban-Teams.

Häufige Fragen

Ab wann läuft die Zykluszeit?

Ab dem Moment, in dem jemand tatsächlich beginnt — üblicherweise der Übergang in die Spalte „In Arbeit“. Wichtig ist nur, dass ihr denselben Punkt immer gleich definiert.

Welche Kennzahl sollten wir verfolgen?

Beide, aber sie beantworten verschiedene Fragen: Zykluszeit für die eigene Arbeitsweise, Durchlaufzeit für das, was außen ankommt.

Ist eine kurze Durchlaufzeit immer besser?

Nicht um jeden Preis. Sie lässt sich verkürzen, indem man weniger annimmt oder schlampiger arbeitet — deshalb liest man sie neben Qualität und Menge, nicht allein.

Bereit, es einfacher zu machen?

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