Glossar

Was ist Kanban? Definition, Herkunft und Praxis

Kanban macht Arbeit sichtbar und begrenzt, wie viel gleichzeitig läuft. Definition, Herkunft in der Fertigung und was sie im Alltag ändert.

Kanban ist eine Methode, um Arbeit sichtbar zu machen und die Menge gleichzeitig laufender Aufgaben bewusst zu begrenzen. Sie schreibt keine Rollen, keine Zeremonien und keinen festen Takt vor: Es gibt Spalten für die Stationen deiner Arbeit, Karten für die Aufgaben, und eine Obergrenze dafür, wie viel gleichzeitig unterwegs sein darf.

Woher der Begriff kommt

„Kanban“ ist japanisch für „Signalkarte“ und stammt aus dem Produktionssystem von Toyota. Dort war die Karte ein physisches Signal: Erst wenn ein Platz frei wurde, durfte Nachschub angefordert werden. Übertragen auf Wissensarbeit heißt das — neue Arbeit wird nicht begonnen, weil jemand Zeit hat, sondern weil weiter vorn Kapazität frei geworden ist.

Was es tatsächlich ändert

Der wirksame Teil ist nicht das Board, sondern die Begrenzung. Ein Board ohne WIP-Limit ist eine hübschere To-do-Liste: Alles ist sichtbar, und trotzdem liegen fünfzehn Dinge gleichzeitig in „In Arbeit“. Erst die Obergrenze erzwingt die unbequeme Frage, was fertig werden muss, bevor etwas Neues anfängt.

Der zweite Effekt ist messbar statt gefühlt: Wenn weniger gleichzeitig läuft, sinkt die Durchlaufzeit — die Zeit von „angefangen“ bis „fertig“. Das ist die Kennzahl, die Kanban interessiert, nicht wie viele Aufgaben jemand pro Woche anfasst.

Kanban und Scrum

Kanban braucht keinen Sprint und keine feste Iteration. Genau darin liegt der Unterschied: Scrum plant in Zeitschachteln, Kanban steuert den Fluss. Teams mit unvorhersehbarem Zulauf — Support, Betrieb, Agenturen — fahren mit Kanban meist besser, weil eine zweiwöchige Planung dort ohnehin täglich umgeworfen wird.

In Zuuna

Jedes Board in Zuuna ist zunächst ein Kanban-Board: Spalten, Karten, Drag-and-drop. Sprints, Story Points und Burndown sind zusätzliche Ebenen, die du einschalten kannst, aber nicht musst — ein Team, das nur den Fluss steuern will, benutzt sie nie.

Die Mischform aus Kanban und Scrum hat einen eigenen Namen: Scrumban.

Häufige Fragen

Braucht Kanban feste Rollen?

Nein. Kanban schreibt weder einen Product Owner noch einen Scrum Master vor. Es beschreibt, wie Arbeit fließt, nicht wer welche Rolle hat — das ist der Hauptunterschied zu Scrum.

Wie viele Spalten sollte ein Kanban-Board haben?

So viele, wie deine Arbeit echte Stationen hat — meist drei bis fünf. Jede Spalte, die nur „Zwischenablage“ ist, verlängert die Durchlaufzeit, ohne etwas sichtbar zu machen.

Funktioniert Kanban auch allein?

Ja, aber der Nutzen ist kleiner. Der Kern ist die Begrenzung paralleler Arbeit, und die tut vor allem dort weh, wo mehrere Menschen sich gegenseitig blockieren.

Bereit, es einfacher zu machen?

Boards, Sprints, Dokumente und Zeiterfassung an einem Ort — DSGVO-konform, in der EU gehostet.