Glossar
Was macht ein Product Owner?
Der Product Owner verantwortet die Reihenfolge des Backlogs und den Nutzen. Aufgaben, Abgrenzung zum Projektleiter, Missverständnisse.
Der Product Owner verantwortet, was als Nächstes gebaut wird — nicht, wie es gebaut wird und nicht, wer es baut. Die sichtbarste Ausprägung dieser Verantwortung ist die Reihenfolge des Backlogs.
Warum eine einzelne Person
Nicht aus Machtgründen, sondern um eine Blockade zu vermeiden: Priorisieren mehrere Leute gleichzeitig, ist am Ende alles „hoch“, und die Reihenfolge sagt nichts mehr aus. Eine Person, die entscheidet und die Entscheidung begründet, ist überprüfbar; ein Gremium ist es nicht.
Die Aufgaben
Den Backlog ordnen und pflegen, den Nutzen einer Anforderung begründen können, Akzeptanzkriterien mit dem Team klären, und für Rückfragen erreichbar sein. Was nicht dazugehört: Aufgaben zuweisen, schätzen (das tut das Team) oder den Ablauf verwalten (das ist Sache des Scrum Masters).
Abgrenzung zum Projektleiter
Eine klassische Projektleitung verantwortet Termin, Budget und Umfang zusammen. Ein Product Owner verantwortet den Nutzen und lässt Umfang und Termin daraus folgen. Wer beide Rollen in einer Person zusammenlegt, bekommt meistens wieder klassisches Projektmanagement mit agilem Vokabular.
Häufige Fragen
Kann eine Person Product Owner für mehrere Teams sein?
Möglich, aber es wird schnell zur Engstelle. Sobald das Team auf Antworten wartet, ist die Rolle überlastet — unabhängig davon, wie gut sie besetzt ist.
Darf der Product Owner schätzen?
Er darf mitreden, aber die Schätzung gehört dem Team, das die Arbeit macht. Sonst wird aus einer Schätzung eine Vorgabe.
Braucht Kanban einen Product Owner?
Die Rolle stammt aus Scrum, aber die Aufgabe existiert immer: Irgendjemand muss entscheiden, was als Nächstes gezogen wird.